Manchmal beginnt eine Stillbeziehung nicht an der Brust. Aber sie kann trotzdem dort enden. 🤍 Fünf Wochen lang kämpften wir im Spital darum, dass unsere Tochter noch ein bisschen länger in meinem Bauch bleiben durfte. Fünf Wochen voller Hoffen, Bangen und Durchhalten.
Und trotzdem kam sie am Ende viel zu früh auf die Welt. 🤍 Meine zweite Tochter wurde intubiert und über eine Sonde ernährt. Ich konnte sie nicht direkt anlegen und auch die ersten Stillversuche an der Brust waren nicht möglich.
Alle zwei Stunden. Damit die Milchproduktion angeregt wird. Ich weiss noch, wie ich bitterlich geweint habe. Denn es fühlte sich so falsch an.
Bei meiner grossen Tochter durfte ich fast drei Jahre stillen. Ich kannte dieses wunderschöne Gefühl bereits. Dieses Schmatzen, das Zappeln an der Brust, ein kleines Kneifen in die Haut, das Saugen meines Babys. Und nun sass ich da und hörte das Geräusch der Milchpumpe. Dabei hätte es doch eigentlich mein Baby sein sollen.
Ich feierte jeden einzelnen Tropfen. Die Milch wurde in einer kleinen Spritze gesammelt und auf die Neo gebracht. Dort bekam meine Kleine sie teilweise direkt in den Mund.
„Jeder noch so kleine Tropfen ist Gold.“ Diesen Satz werde ich nie vergessen. 🤍
Also pumpte ich weiter. Tagsüber alle zwei bis drei Stunden, nachts alle vier. Ich sammelte alles. Langsam wurden aus den Tropfen in der Spritze kleine Fläschchen. Erst ganz wenig, dann halb voll und irgendwann waren sie doch recht voll. Ich war stolz auf mich.
Und trotzdem weinte ich jedes Mal, wenn dieses Pumpgeräusch ertönte. Denn es hätte eigentlich ein Schmatzen sein sollen. Ein kleines Zappeln an meiner Brust. Ein Kneifen in die Haut. Das Saugen meines Babys. Und kein Pumpen. Nach mehreren Wochen kam dann endlich der erste Versuch. Meine Brust war fast grösser als meine winzige Tochter. 🤍
Man hatte mich bereits darauf vorbereitet, dass es vielleicht nicht klappen könnte. Dass sie vielleicht nicht genug bekommen würde. Aber gegen alle Erwartungen legte sie an – und sie saugte. Und sie bekam nicht nur genug. Sie bekam sogar mehr als genug und spuckte anschliessend wieder etwas davon aus. 🥹 Ich war erfüllt von einer Wärme, nach der ich mich so sehr gesehnt hatte.
Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass auch meine kleine Tochter genau das gesucht hatte. Von da an übten wir fleissig weiter. Immer bevor sie sondiert oder die Flasche bekam, durfte sie an die Brust. Wir hatten dabei eine wunderbare Stillbegleiterin an unserer Seite, die uns unterstützte, ermutigte und uns immer wieder Vertrauen schenkte.
Und dann, nach zwei Monaten, hatten wir es geschafft: Mein Mini und ich waren eine voll stillende Einheit. 🤍 Die Flasche konnte ganz wegfallen. Und auch die Milchpumpe gehörte endlich der Vergangenheit an. Wir durften noch zweieinhalb Jahre eine wunderschöne Stillbeziehung erleben.
Leider gab irgendwann eine Brust auf. Es kam plötzlich keine Milch mehr, und bis heute konnte mir niemand erklären, warum. Aber auch das war nicht das Ende. Meine Tochter stillte einfach einseitig weiter – noch über ein Jahr.
Wenn ich heute an diese ersten Wochen zurückdenke, sehe ich all die Tränen. Die Milchpumpe. Die kleinen Spritzen. Die ersten Fläschchen. Die Angst, dass es vielleicht niemals funktionieren würde. Und ich sehe eine winzige Frühchen-Tochter, die irgendwann an meiner Brust lag und trank. Aus „jeder Tropfen ist Gold“ wurde eine Stillbeziehung, die uns noch Jahre geschenkt hat. 🤍
Manchmal beginnt eine Stillgeschichte mit einer Sonde, einer Milchpumpe, vielen Tränen und einem viel zu kleinen Baby. Manchmal braucht es Zeit. Geduld. Unterstützung. Und ganz viel Vertrauen. Und manchmal muss man kämpfen, obwohl man eigentlich einfach nur sein Baby im Arm halten und stillen möchte.
An alle Mamas, die gerade pumpen, kämpfen, hoffen oder zweifeln: Euer Weg muss nicht aussehen wie der von jemand anderem.
Jeder Tropfen zählt. Jeder Versuch zählt. Jeder kleine Fortschritt zählt. Und egal, wie eure Stillgeschichte beginnt – ihr macht das unglaublich gut. 🤍🫶
Diese Stillgeschichte über den verspäteten Stillstart mit Frühchen wurde uns für die anonyme Veröffentlichung im Rahmen der Weltstillwoche 2026 zur Verfügung gestellt. Der Name ist der Redaktion bekannt. Wir bedanken uns herzlich!
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